Unsere Statistik: IPv6 ist auf dem Vormarsch

Wir plaudern mal etwas aus dem Nähkästchen und berichten über Details zum «alten» IPv4 und sich langsam aber sicher breitmachendem Platzhirsch IPv6, mit Daten aus dem Vorjahr.

Dabei dreht sich das Thema um allgemein bekannte «IP-Adressen». Wir bieten uneingeschränkt für alle Dienste und Domains beide Varianten, doch wird das neue IPv6 auch tatsächlich genutzt?

Für Interessierte, kurz und knapp, ohne Doktorarbeiten gleich zur Sache:

Unser Datenverkehr steigt von Monat zu Monat immer etwas. Die Verteilung zwischen beiden Protokollen zeigt jedoch das übliche: etwas weniger als ein Drittel entfällt auf auf das neuere IPv6, mit steigender Tendenz.

Diese Daten decken sich in etwa mit den weltweiten Statistiken der für die Vergabe von IP‑Adressbereichen zuständigen Organisation RIPE – siehe dazu beispielsweise https://labs.ripe.net/author/stephen-strowes/ipv6-adoption-in-2021/

Unsere Zahlen stammen mit den für uns primär bedienten Markt in Mitteleuropa, speziell dem DACH-Raum, wobei auf unser Netzwerk natürlich aus aller Welt zugegriffen wird.


Wir fassen jedoch nicht nur den gesamten Datenverkehr zusammen, sondern haben uns auch die Mühe gemacht, diesen unter den bekanntesten und am häufigsten verwendeten Diensten aufzuschlüsseln.

Also legen wir mal mit dem offensichtlichen los: dem Webservice für Besucher, also HTTP und HTTPS, sowie der Übermittlung von Daten auf den Webspace mit FTP und SSH.

Auf unser Einsteigerangebot zum Ausprobieren, bplaced freestyle, entfällt meist etwa nur ein Fünftel des Datenverkehrs auf IPv6. Ab bplaced max macht dies durchwegs mehr aus und ergibt gesamt den gezeigten Durchschnitt.

Ein anderes Bild zeichnet sich bei den von Außen zugreifenden Datenbankverbindungen ab: so gut wie alle zugreifenden Clients verwenden IPv4. Das ist eventuell sogar zu erwarten. Denn häufig bestehen in z.B. Büros oder Firmennetzwerken auch heute noch fix zugewiesene IPv4-Adressen, um die geregelte Kommunikation zwischen Außendienstmitarbeitern oder etwa anderen Kunden einfacher sicherzustellen.

Unsere Firewalls zeigen den nicht durchgelassenen bzw. abgelehnten Datenverkehr. Diese entfallen zumeist auf unliebsame Bots, Spammer oder einfach nur die Netzwerkintegrität beeinflussende Zugriffe, wie etwa DDoS.


Ein Fall für sich ist das besonders für die Zuordnung von Domains bzw. Webseiten und E-Mails wichtige DNS, welches Domains in die jeweiligen beiden IP-Adressen auflöst. Denn hierbei können entweder TCP oder das überwiegend benutzte UDP für Abfragen benutzt werden.

Üblicherweise geht der meiste Verkehr über UDP und IPv4 – wobei die Messungen mit etwa 7 Millionen Abfragen täglich kaum ins Gewicht fallen, da bei DNS eher wenig Daten fließen.

Für den Empfang von E-Mails wird wahlweise POP3, oder das modernere und geräteübergreifend synchrone IMAP verwendet. Für den Versand einheitlich SMTP – bei diesem lässt sich damit der Durchschnitt beider für den Empfang zuständigen Techniken ablesen, dass auch hier IPv4 noch überwiegend verwendet wird.

Fazit

In unseren weiter zurückliegenden Messungen aus 2020 entfallen etwa 26% auf IPv6, für das Vorjahr wie dargestellt etwa ein Drittel – und in diesem Jahr sind es im Mittel sogar schon 40%.

Je nach Land und Anbieter vom Internet- oder Mobilfunkanschluss ergeben sich die meisten Unterschiede. Mal sehen, was 5G für die Zukunft bringt. Denn das setzt primär sicherlich auf das neuere Protokoll, welches definitiv im Kommen ist.

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Helene Bialluch
Helene Bialluch
4 months ago

Ich habe zuhause FTTH und Kabel beim Zweitwohnsitz und keiner der beiden Anbieter hat ipv6 😂

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[…] IPv6 ist auf dem Vormarsch […]

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